Sollte dein Hund in deinem Bett schlafen? Das sagt unsere Hundeexpertin 

 Es ist der romantischste Monat des Jahres, also lass uns über deinen Seelenverwandten sprechen: deinen Hund. Und wahre Liebe … heißt, das Bett mit deinem Haustier zu teilen. Oder etwa nicht? Wir haben unsere Hundetherapeutin Margaux von Blue Jack Dog Traininggefragt. Hier ist, was sie zu sagen hatte! 

 

Ich stelle zuerst mal die allgemeine Frage. Ist es in Ordnung, den Hund ins eigene Bett zu lassen?  

 Margaux: „Die allgemeine Antwort lautet: Ja, das ist es. Manche Hundebesitzer denken, dass ihr Hund dadurch „dominanter“ werden könnte, aber das stimmt nicht. Achte nur darauf, dass es für deinen Partner oder deine Partnerin kein Problem darstellt, zum Beispiel wenn dein Hund dich oder das Bett sehr stark beschützt. Und wenn du kleine Kinder hast, würde ich es natürlich nicht empfehlen. Aber ein ausgeglichener Hund kann definitiv auf deinem Bett schlafen, wenn du das möchtest.“ 

 Was sind deiner Meinung nach die größten Vorteile, wenn man das Bett mit dem Hund teilt? 

 Margaux: „Erstens ist es schön warm (lacht). Und ich bin keine Expertin, aber ich glaube, dass es ein guter Aktivator für das „Kuschelhormon“ wäre. Deinen Hund in der Nähe zu haben, kann auch gegen Einsamkeit helfen. Und natürlich kann es dir ein sichereres Gefühl geben. Hunde schlafen nicht stundenlang am Stück wie wir, deshalb bleiben sie nachts sehr wachsam. Was die Vorteile für deinen Hund betrifft: Ich kann mir vorstellen, dass sie in den kälteren Monaten auch die Wärme deiner Laken zu schätzen wissen. Und so nah bei dir zu sein, gibt ihnen ebenfalls Sicherheit und Geborgenheit.“   

 Und was sind die Nachteile?  

 Margaux: „Nun, Hunde schlafen nicht stundenlang am Stück wie wir (lacht). Das heißt, sie können sich ziemlich viel bewegen und dich von einem gesunden Schlafrhythmus abhalten. Aber es hängt wirklich vom Hund ab. Viele Menschen nennen außerdem Hundehaare als großen Grund, ihre Hunde nicht ins Bett zu lassen.“  

 Du hast schon einige Beispiele genannt, aber wann ist es nicht sicher, gemeinsam zu schlummern?   

 Margaux: „Wenn du ein Baby oder kleine Kinder hast, die gern zu dir ins Bett krabbeln, würde ich nicht empfehlen, auch noch deinen Hund dazuzunehmen. Diese Situation ist zu unvorhersehbar. Wenn die Kinder deinen Hund nachts erschrecken, könnte dein Hund schlecht reagieren, einfach weil er sich erschreckt hat.“  

 „Und wie ich schon erwähnt habe: Wenn dein Hund derzeit Schwierigkeiten damit hat, dass du seinem eigenen Bett zu nahe kommst, ist es keine gute Idee, ihn auf deins zu lassen. Er könnte auch diesen Platz zu beschützen beginnen. Generell gilt: Die Sicherheit aller, Menschen wie Hunde, sollte immer deine Priorität sein.“  

 Sprechen wir über Welpen. Sollten sie in dein Bett dürfen?  

 Margaux: „Klar, wenn du willst, dass sie deine Laken zerfetzen (lacht). Im Ernst: Ich denke nicht, dass dein Welpe einen Platz in deinem Bett hat. Und dafür gibt es ein paar gute Gründe: 

  • Welpenbeißen: Du hast es mit einem kleinen Landhai zu tun, der die ganze Welt mit dem Maul entdeckt. Dein Bett überlebt das vielleicht nicht.  
  • Toilettenunfälle: Du kannst nicht darauf vertrauen, dass dein Welpe schon ganz stubenrein ist. Halte ihn aus dem Bett fern, um zusätzliche Wäsche zu vermeiden. 
  • Echte Unfälle: Dein Hund ist noch sehr klein. Wenn er aus dem Bett fällt, könnte er sich verletzen.  
  • Grenzen: Ein Welpe braucht Struktur und Routine. Du musst körperliche Grenzen setzen: Deshalb empfehlen wir auch nicht, dem Welpen in den ersten Monaten freien Auslauf im Haus zu geben. Und was ebenfalls sehr wichtig ist: Er muss zuerst seinen eigenen sicheren Ort finden, in seinem Schlafplatz, der ihm immer zur Verfügung steht. 

 Natürlich kannst du deinen Welpen in deiner Nähe behalten, indem du seine Box in dein Zimmer stellst. Solange ihr noch an der Stubenreinheit arbeitet, kann das sogar helfen, weil du hörst, wenn er aufwacht, und ihn rechtzeitig nach draußen bringen kannst. In deiner Nähe zu sein, kann ihn auch beruhigen, da sein Selbstvertrauen noch wächst.“ 

 

Man hört oft Leute sagen, sie hätten Angst, dass ihr Hund Trennungsangst entwickelt, wenn er nachts bei ihnen schläft. Haben sie damit recht? 

 Margaux: „Das stimmt überhaupt nicht. Du erzeugst keine Trennungsangst, indem du deinem Tier zu nah bist. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Hund bereits darunter leidet, ist mehr Abstand das Letzte, was du tun solltest. Es ist genau das Gegenteil: Indem du für deinen Hund da bist und ihm Sicherheit und Geborgenheit gibst, gewinnt er das Selbstvertrauen, das er braucht, um zurechtzukommen, wenn du nicht da bist.“  

 

Zu Beginn unseres Gesprächs hast du Dominanz erwähnt. Auch ein Mythos?  

 Margaux: „Ja. Die Dominanztheorie ist im Hundetraining leider immer noch sehr lebendig. Das ganze Konzept, deinem Hund immer wieder zeigen zu müssen, „wer der Boss ist“, ist falsch. Wenn dein Hund ein Verhaltensproblem hat, steckt fast immer ein zugrunde liegendes Problem dahinter, wie Unsicherheit oder das Bedürfnis nach Trost. Er hat keinerlei Wunsch, seinen Status zu erhöhen. Um Victoria Stilwell von Positively: zu zitieren: „Die Dominanztheorie sieht das Verhalten eines Hundes nicht als Symptom, sondern als machtsuchende Motivation, was es nicht ist.“ 

 Um das nun mit dem gemeinsamen Schlafen mit deinem Hund zu verbinden: Wenn dein Hund zu dir aufs Sofa oder ins Bett will, dann einfach, weil er sieht, dass du es auch tust. Und er will bei dir sein. Er beansprucht diesen Platz nicht für sich und versucht auch nicht, sich in der Hierarchie „höher“ zu stellen. Ich möchte dich beruhigen: Dein Hund denkt nicht, dass er besser ist als du. Alles, was er sucht, sind deine Liebe und Zuneigung. Ob in deinem Bett oder daneben (lacht).” 

 Apropos Liebe: eine Frage an Hundebesitzer, die ihr Tier abgöttisch lieben – aber nicht im Bett. Sollten sie sich deswegen schlecht fühlen?  

 Margaux: „Natürlich nicht. Dein Hund wird dich nicht weniger lieben, vor allem wenn du all seine anderen Bedürfnisse erfüllst und ihm auf viele andere Arten Zuneigung schenkst. Es ist wirklich nur eine Frage der Vorliebe. Es ist auch durchaus möglich, dass dein Hund nicht gern auf dem Bett schläft: Das heißt nicht, dass er dich nicht auch abgöttisch liebt (lacht). Sorge nur dafür, dass er einen bequemen, sicheren und warmen Schlafplatz hat, ganz gleich, wo sich dieser in deinem Zuhause befindet.“  

 

Kannst du ein paar Grundregeln für das Teilen des Bettes mit dem Hund nennen?   

  Margaux: „Mir fallen 5 ein:  

  1. Warte, bis du einen erwachsenen, ausgeglichenen Hund hast, der grundlegende Signale versteht und stubenrein ist.   
  1. Halte das Bett sauber: Behandle deinen Hund regelmäßig gegen Flöhe und achte darauf, dass er keine Zecken ins Bett bringt. Und kümmere dich natürlich um schmutzige Pfoten, bevor er aufs Bett springt.  
  1. Oder, noch besser: bring deinem Hund bei, zu „fragen“, ob er zu dir darf. Das hilft, wenn sich die Umstände ändern und dein Hund nicht mehr aufs Bett darf oder wenn du woanders übernachtest (zum Beispiel in einem Hotel), wo das nicht erlaubt ist.  
  1. Sorge dafür, dass alle im Haushalt an einem Strang ziehen, wenn es um einen Hund im Bett geht. Es verwirrt deinen Hund, wenn eine Person es erlaubt und eine andere nicht.    
  1. Achte darauf, dass dein Hund immer seinen eigenen bequemen und sicheren Schlafplatz hat, an dem er nicht gestört werden kann.“ 

 

Zusammengefasst also: ja, dein Hund kann bei dir im Bett schlafen, wenn es für alle Beteiligten sicher ist und du ein paar grundlegende Regeln befolgst.  

Margaux: „Ja, genau. Und nur zur Wiederholung: Du musst ihn nicht in dein Bett lassen, wenn du das nicht möchtest. Jeder Haushalt und jeder Hund ist anders, und das ist völlig in Ordnung. Aber wenn du mit deinem Hund kuscheln und schlummern möchtest, weißt du jetzt, dass du es kannst. Süße Träume! (lacht)” 

 

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